Ist mein Immunsystem defekt?

Immunschwächen (oder Immundefekte) sind Erkrankungen, bei denen das Immunsystem, bzw. ein Teil davon, beeinträchtigt ist. Dadurch kann sich der menschliche Körper nicht mehr ausreichend gegen Eindringlinge wie Viren und Bakterien schützen. Das führt zu häufigen und teils schweren Infektionen – den Hauptsymptomen von Immundefekten.

Angeborene Immunschwäche

Bei Menschen mit einer angeborenen Immunschwäche funktioniert das Immunsystem aufgrund einer genetischen Ursache nicht richtig. Sie werden Infektionen nicht los oder erkranken immer wieder, selbst wenn sie mit Antibiotika behandelt werden. Die Infektionen können wiederkehrend, schwer, langwierig oder schwierig zu behandeln sein. Wenn Betroffene jedoch eine korrekte Diagnose erhalten, können sie bei entsprechender Therapie in der Regel ein aktives und erfülltes Leben führen.,,,

Mehr zu angeborenen Immunschwächen

Angeborene Immunschwächen sind aufgrund eines Fehlers in der Erbinformation von Geburt an vorhanden. Sie werden auch als primäre Immundefekte (PID) oder angeborene Immundefekte bezeichnet. Weitere Bezeichnungen für Immundefekte sind Abwehrschwäche, pathologische Infektanfälligkeit, Immuninsuffizienz oder Immundefizienz.

Die Symptome sind nicht unbedingt von Anfang an zu sehen, sondern fallen teilweise erst im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter auf. Die Folge ist: das Immunsystem kann Bakterien, Viren und Pilze nicht (mehr) effektiv bekämpfen. Patient:innen leiden daher an einer krankhaften Infektanfälligkeit. Es kommt häufiger zu Infektionen als in der gesunden Bevölkerung. Diese dauern auch länger an und verlaufen meist schwerer.

Menschen mit einem primären Immundefekt fehlt ein wesentlicher Bestandteil der Immunabwehr. Über 400 verschiedene primäre Immundefekte sind mittlerweile bekannt und genetisch definiert. Primäre Immundefekte zählen zu den seltenen Erkrankungen: ein bis zwei von 1.000 Menschen leiden an einem primären Immundefekt.,,,

Erworbene Immunschwäche

Manchmal entwickeln Menschen auch im Erwachsenenalter aufgrund von externen (nicht genetisch bedingten) Faktoren eine Immunerkrankung, weshalb diese als erworbene Immunschwächen bezeichnet wird. Zu solchen externen Faktoren gehören unter anderem das Älterwerden, bestimmte Krebsarten, spezielle Verfahren wie Transplantationen und manche Medikamente. Erworbene Immunschwächen sind sehr viel häufiger als angeborene Immunschwächen. Wie bei einer angeborenen Immunschwäche werden die Betroffenen von immer wiederkehrenden Infektionen und Erkältungen geplagt, die sie einfach nicht loswerden. Die Betroffenen werden wiederholt mit Antibiotika behandelt, oder in schweren Fällen sogar ins Krankenhaus eingewiesen.,,,

Mehr zu erworbenen Immunschwächen

Bei erworbenen Immunschwächen (auch sekundäre Immundefekte genannt) kann das Immunsystem aus verschiedenen Gründen geschwächt sein: einerseits kann eine Erkrankung (z.B. verschiedene Krebserkrankungen) die Immunschwäche verursachen, andererseits können manche Therapien die Abwehrkräfte angreifen.
Eine Krebserkrankung, die die Blutbildung betrifft, bringt meist ein geschwächtes Immunsystem mit sich. Typische Beispiele sind das und die .
Auch bei anderen Krebsarten, den sogenannten soliden Tumoren (z.B. Brustkrebs oder Prostatakrebs), haben Patient:innen mit einem geschwächten Immunsystem zu kämpfen – sei es durch die Erkrankung selbst oder durch Behandlungen wie eine . Auch das Eindringen eines Tumors in Gewebe wie Schleimhaut oder Lunge kann Wege für eine Ansteckung eröffnen oder den Abbau von Erregern verhindern.
Aus diesen Gründen soll bei Krebserkrankungen und deren Therapien verstärkt auf Immunschwächen und eine erhöhte Infektanfälligkeit geachtet werden.,,,

Habe ich womöglich eine Immunschwäche?

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