Habe ich womöglich eine Immunschwäche?

Menschen mit einer Immunschwäche leiden unter einem beeinträchtigten Immunsystem. Häufig wiederkehrende und/oder schwer zu behandelnde Infektionen sind die Folge. Es ist nicht einfach, eine Immunschwäche zu diagnostizieren. Daher leben vermutlich viele Tausend Betroffene ohne Diagnose und somit auch ohne geeignete Therapie.

Bestimmte Warnzeichen können dabei helfen, zwischen einer normalen und einer krankheitsbedingten Anzahl an Infekten zu unterscheiden. Wichtig ist: es müssen nicht alle Warnzeichen vorliegen. Bereits wenn ein Warnzeichen auf Sie zutrifft, sollten Sie aktiv werden und mit Ihrer Hausärzt:in/ Fachärzt:in darüber sprechen. Die folgende Auflistung beinhaltet die verschiedenen Symptome, die auf eine Immunschwäche bei Kindern und Erwachsenen hinweisen.

Mögliche Warnzeichen & Symptome

Positive Familienanamnese für angeborene Immundefekte

Gedeihstörung im Säuglingsalter, mit und ohne chronische Durchfälle

Bei kleinen Säuglingen: Unklare chronische Rötung am ganzen Körper, insbesondere an Händchen und Füsschen (Graft-vs.-Host-Reaktion)

Impfkomplikationen bei Schluckimpfung gegen Kinderlähmung oder neugeborenen-Röteln-Impfung

Acht oder mehr eitrige Mittelohrentzündungen pro Jahr

Zwei oder mehr schwere Nasennebenhöhlenentzündungen pro Jahr

Wiederkehrende, ausgedehnte Infektionen des Organismus mit sog. «atypischen Mykobakterien»

Antibiotische Therapie über zwei oder mehr Monate ohne Effekt

Eitersammlung tiefer unter der Haut oder tief in inneren Organen

Zwei oder mehr Infektionen der inneren Organe pro Jahr (u. a. Hirnhautentzündung, Knochenmarkentzündung, Blutvergiftung)

Hartnäckige Pilzinfektionen (Candida) an Haut und Schleimhaut (besonders auf der Mundschleimhaut) nach dem 1. Lebensjahr

Zwei oder mehr Lungenentzündungen innerhalb eines Jahres

Wie wird eine Immunschwäche diagnostiziert?

Ihre Ärzt:in wird Sie gegebenenfalls an eine Spezialist:in für Immunologie überweisen. Es gibt Möglichkeiten, die Infekthäufigkeit und -dauer zu verringern. Ihre Ärzt:in kann mit Ihnen die nächsten Schritte besprechen.

Bestehen Hinweise auf eine Immunschwäche, können bereits Kinder- oder Hausärzt:innen eine orientierende Diagnostik durchführen. Detailliertere Untersuchungen erfolgen dann meist in Immunologiezentren. Veränderte Blutwerte helfen zu erkennen, um welchen Immundefekt es sich handeln kann. Diese Labordiagnostik sollte mit einer molekulargenetischen Analyse bestätigt werden, um danach eine passende Behandlung zu beginnen.

Lassen Sie eine mögliche Immunschwäche von Ihrer Ärzt:in abklären

Bereits wenn ein Warnzeichen auf Sie zutrifft, sollten Sie aktiv werden und mit Ihrer Hausärzt:in/ Fachärzt:in darüber sprechen.