Habe ich womöglich eine Immunschwäche?
Menschen mit einer Immunschwäche leiden unter einem beeinträchtigten Immunsystem. Häufig wiederkehrende und/oder schwer zu behandelnde Infektionen sind die Folge. Es ist nicht einfach, eine Immunschwäche zu diagnostizieren. Daher leben vermutlich viele Tausend Betroffene ohne Diagnose und somit auch ohne geeignete Therapie.[7]
Leitlinie „Diagnostik auf Vorliegen eines primären Immundefekts“ der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.). Stand 10/2017. [8]
Onkopedia Leitlinien: Immundefekte, sekundär, Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Stand August 2019
[9]
Oliveira JB et al. Laboratory evaluation of primary immunodeficiencies. J Allergy Clin Immunol. 2010 Feb; 125(2 Suppl 2):S297-305.
Bestimmte Warnzeichen können dabei helfen, zwischen einer normalen und einer krankheitsbedingten Anzahl an Infekten zu unterscheiden. Wichtig ist: es müssen nicht alle Warnzeichen vorliegen. Bereits wenn ein Warnzeichen auf Sie zutrifft, sollten Sie aktiv werden und mit Ihrer Hausärzt:in/ Fachärzt:in darüber sprechen. Die folgende Auflistung beinhaltet die verschiedenen Symptome, die auf eine Immunschwäche bei Kindern und Erwachsenen hinweisen.[12]
Warnzeichen nach Jeffrey Modell Foundation, überarbeitet von Prof. Volker Wahn, Charité Berlin. Stand Juli 2026.
Mögliche Warnzeichen & Symptome
Positive Familienanamnese für angeborene Immundefekte
Gedeihstörung im Säuglingsalter, mit und ohne chronische Durchfälle
Bei kleinen Säuglingen: Unklare chronische Rötung am ganzen Körper, insbesondere an Händchen und Füsschen (Graft-vs.-Host-Reaktion)
Impfkomplikationen bei Schluckimpfung gegen Kinderlähmung oder neugeborenen-Röteln-Impfung
Acht oder mehr eitrige Mittelohrentzündungen pro Jahr
Zwei oder mehr schwere Nasennebenhöhlenentzündungen pro Jahr
Wiederkehrende, ausgedehnte Infektionen des Organismus mit sog. «atypischen Mykobakterien»
Antibiotische Therapie über zwei oder mehr Monate ohne Effekt
Eitersammlung tiefer unter der Haut oder tief in inneren Organen
Zwei oder mehr Infektionen der inneren Organe pro Jahr (u. a. Hirnhautentzündung, Knochenmarkentzündung, Blutvergiftung)
Hartnäckige Pilzinfektionen (Candida) an Haut und Schleimhaut (besonders auf der Mundschleimhaut) nach dem 1. Lebensjahr
Zwei oder mehr Lungenentzündungen innerhalb eines Jahres
Wie wird eine Immunschwäche diagnostiziert?
Ihre Ärzt:in wird Sie gegebenenfalls an eine Spezialist:in für Immunologie überweisen. Es gibt Möglichkeiten, die Infekthäufigkeit und -dauer zu verringern. Ihre Ärzt:in kann mit Ihnen die nächsten Schritte besprechen.
Bestehen Hinweise auf eine Immunschwäche, können bereits Kinder- oder Hausärzt:innen eine orientierende Diagnostik durchführen. Detailliertere Untersuchungen erfolgen dann meist in Immunologiezentren. Veränderte Blutwerte helfen zu erkennen, um welchen Immundefekt es sich handeln kann. Diese Labordiagnostik sollte mit einer molekulargenetischen Analyse bestätigt werden, um danach eine passende Behandlung zu beginnen.[7]
Leitlinie „Diagnostik auf Vorliegen eines primären Immundefekts“ der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.). Stand 10/2017. [8]
Onkopedia Leitlinien: Immundefekte, sekundär, Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Stand August 2019
[9]
Oliveira JB et al. Laboratory evaluation of primary immunodeficiencies. J Allergy Clin Immunol. 2010 Feb; 125(2 Suppl 2):S297-305.
[10]
Jolles S, Michallet M, Agostini C, et al. Treating secondary antibody deficiency in patients with haematological malignancy: European expert consensus. Eur J Haematol. 2021;106(4):439-449.
Lassen Sie eine mögliche Immunschwäche von Ihrer Ärzt:in abklären
Bereits wenn ein Warnzeichen auf Sie zutrifft, sollten Sie aktiv werden und mit Ihrer Hausärzt:in/ Fachärzt:in darüber sprechen.